Otto IV., ein Welfe auf dem Kaiserthron
Für die szenische Lesung um Otto IV. sind noch zwei Aufführungstermine angesetzt. Am Samstag, 28.08.10 findet eine Aufführung um 16 Uhr in der IGS BS-Querum statt. Die letzte Aufführung des Dramas erfolgt am Sonntag, 29.08.10 im Rahmen des Tages der Braunschweigischen Landschaft in Wolfenbüttel um 15:30 Uhr im Theatersaal im Schloss.

Es gab eine Zeit, in der unsere Braunschweiger Region im Mittelpunkt deutscher und europäischer Geschichte stand.
Hier residierte der Welfe Heinrich der Löwe, am Ende des 12. Jhds. neben Kaiser Barbarossa als Herzog von Sachsen und Bayern mächtigster Mann im Reich. Hier wurde sein Sohn Otto geboren, der deutscher König und Kaiser wurde, allerdings fast sein Leben lang gegen staufische Gegenspieler kämpfen musste. Braunschweig war zu seiner Zeit eine der größten Städte der Welt.
Auch Salzgitter besitzt in der durch Otto ausgebauten Burgruine Lichtenberg ein Zeugnis jener Zeit. Wurde Otto zu Recht vergessen? Die Braunschweiger sollten stolz darauf sein, sich auf Otto zurückbesinnen zu können. Sein Andenken könnte so fremdenverkehrsfördend genutzt werden wie die Landshuter Fürstenhochzeit, wenn die Region an einem gemeinsamen Strang zöge. Nötig
wäre die Mitwirkung vieler Vereine: Gruppen, die Kostüme nach alten Vorbildern fertigten, Models, die sie vorführten, Tanzgruppen für Reigentänze, Musiker mit alten Instrumenten, Ritter, die Tjoste austrügen, Gaukler, Jongleure, Gewichtheber, Hofnarren, Zeremonienmeister, die mittelalterliche Tischsitten erklärten, usw. Als Anregung für diesen Zweck schrieb ich ein Spectaculum über den Besuch Otto IV. im Jahre 1204 auf Burg Lichtenberg, bei dem Ottos Besuch nur Randgeschehen ist.
Das eigentliche von mir geschriebene Drama über das Leben des Kaisers wartet darauf, von den Menschen der Region als sorgfältig recherchierte Geschichte entdeckt und wahrgenommen zu werden. Ich habe es der gesamten Region zum Geschenk gemacht.
Für die Niederschrift hatte ich die Idee, dass die Kaiserwitwe Maria von Brabant die bekanntesten am Hofe Ottos verkehrenden Dichter Walter v. d. Vogelweide und Wolfram v. Eschenbach damit beauftragt, eine szenische Vita über das Leben ihres Gatten zu schreiben.
Das abendfüllende Drama, von dem in Wolfenbüttel die wichtigsten Ausschnitte gezeigt werden, umfasst die Jahre 1200 bis 1218. Schauspieler der Theatergruppe SZ-Bad spielen den von mir moderierten Text.